In Co-Kreation, Kollaboration

Durch vernetztes Arbeiten zum Schlüsselerlebnis: Ein Moment wie dieser

Ich sitze im Hintergrund einer Onboarding Veranstaltung und beobachte wie John Stepper mit einer beeindruckenden Keynote zum Thema ‚Working Out Loud‘ die neuen Mitarbeiter zu einer neuen Art der Zusammenarbeit  inspiriert, bevor er sie anschließend auf eine Experience in Form eines Krashkurses dazu mitnimmt. Und ich denke:

„Wow, passiert das jetzt gerade wirklich oder träume ich? Habe ich das tatsächlich geschafft?“.

Ja, ich hatte es tatsächlich geschafft. Ich hatte es geschafft,  meine Idee Working Out Loud mit Onboarding zusammenzubringen zu verwirklichen und mein Konzept „Working Out Loud for Newbies“ zu implementieren. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlt. Ich bin stolz und gerührt zugleich. Ich genieße diesen Moment. Etwas fertig fühle ich mich auch. Ich glaube, ich fühle das erste Mal Etwas, was Alle als „Empowerment“ beschreiben – ein tolles Gefühl, ein toller Moment. Ein wahrer ‚Magic Moment‘ in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn.

Meine Working Out Loud Geschichte

Einfach war es bis zu diesem Moment nicht. Schließlich wagte ich mit der Implementierung meines Konzeptes einen Bottom-up Ansatz. In einer corporate Welt, in der sonst alles top-down funktioniert, bedeutet das vor allem eins: Einen enormen Energieaufwand. Leidenschaft für die Sache, Willensstärke und eine klare Vision vor den Augen gehören ebenfalls dazu. Außerdem hilft es, operative Strukturen zu beherrschen und zu wissen, wie man Dinge anpackt. Aber zurück zum Anfang und wie für mich alles begann.

Die Welt zu einem besseren Arbeitsplatz machen

Das Potential mit ‚Working out loud‘, die Welt zu einem besseren Arbeitsplatz zu machen, erkannte ich zum ersten Mal, als meine Schwester mir von einem sogenannten ‚Working out loud Circle‘ berichtete, an dem sie selbst teilnahm.

„Eine tolle Kollaborations-Methode, die Zusammenarbeit außerhalb von Silos ermöglicht und Menschen systematisch miteinander  vernetzt“.

Dachte ich mir. Wie interessant.  Mir war klar: ich möchte mehr darüber erfahren. Dies hieß für mich zunächst, mich mit allen Menschen, mit denen ich so täglich zusammenarbeite, auszutauschen. Beim Mittagessen, im Rahmen von Terminen oder bei einem zufälligen Zusammentreffen an der Kaffeebar. Schnell hatte ich eine Kollegin gefunden, die schon mehr wusste als ich und die bereits selbst als Facilitator an einem Circle teilgenommen hatte. Sie war gerade mit der Organisation eines weiteren Circles innerhalb unserer Organisation beschäftigt. Ich nutzte die Chance und schloss mich an.

Mein erster Working Out Loud Circle

Das Ziel für meinen ersten WOL Circle war, mich hinsichtlich Finanzwissen zu bilden. Mir war es etwas peinlich, dass ich bei einem Finanzdienstleister arbeite und von dieser Wertschöpfung nicht soviel verstand. Das wollte ich ändern. Außerdem sollte mir dieses Wissen helfen, auch meine privaten Finanzen besser zu managen. Ich shoppe nämlich sehr gerne. Und damit ich für die Zukunft gut aufgestellt bin und nicht alles für lustige Alltags-Gadgets und Superfoods ausgebe, musste ein strukturiertes Vorgehen her. Das war Working Out Loud. Zwölf öffentlich verfügbare Circles Guides, um Working Out Loud als Methode in dem kommenden zwölf Wochen zu erlernen warteten auf meine vier Kolleginnen und mich.

Zwölf Wochen am Ball bleiben

Die zwölf Wochen verliefen natürlich nicht nach Plan. Immer wieder viel es uns schwer, die notwendige Zeit aufzubringen und am Ball zu bleiben. Die Circle Guides gaben tolle Impulse zu weiterführendem Lesestoff und kleinen Aufgaben, aber benötigen auch Zeit des Selbststudiums. Disziplin, perfektes Zeitmanagement und Umsetzungsstärke waren gefragt. Wir setzten uns viel damit auseinander, dass wir nicht alles schafften, wie es in den Guides steht. Auch John Stepper schreibt darüber in seinem Buch, wie man in einem solchen Fall voranschreiten kann. Wir machten dann Etwas, was er als „touching the treadmill“ nennt. Unser „touching the treadmill“ bedeutete, dass wir uns immer die eine Stunde Zeit nahmen, um zusammenzukommen und über unsere Ziele zu sprechen. Und das wir in der gemeinsamen Zeit daran arbeiteten. So gut es ging. Hauptsache wir probierten es und blieben dran. Wenn man es nicht schafft Laufen zu gehen, dann berührt man eben nur das Laufband. Das taten wir. Ein wertfreies Miteinander und gegenseitiges Vertrauen waren uns dabei gute Wegbegleiter. Das war ganz wichtig. Jeder hatte seine Prioritäten und wir respektierten das gegenseitig. Keine Rechtfertigung, keine Verurteilung.

Aha-Effekt

Ich war etwas frustriert darüber, wie schwer es doch ist, etwas Neues zu probieren. Dabei war es doch nichts Neues für mich, Neues zu versuchen. Ich probiere ständig neue Dinge aus und habe auch kein Thema damit, meine Komfortzone zu verlassen. Was mir half: Weiter in den Austausch mit meinen Kollegen gehen. Eine Kollegin gab dann den entscheidenen Impuls:

„Es kommt nicht drauf an, die Circle Guides perfekt zu machen. Es kommt darauf an, die Prinzipien von Working Out Loud zu verinnerlichen.“

Ganz genau. Mir wurde plötzlich klar, warum ich von dieser neuen Methode so angetan war. Sie gab mir endlich einen Rahmen für das was ich schon lange in meinem Herzen wusste: arbeite mit deinen Kollegen als wenn es deine Freunde wären, das ist ok.

Größere Schritte

Beseelt von dieser Erkenntnis wollte ich unbedingt das Thema Working Out Loud in meiner Organisation voranbringen. Mein Schlüssel dazu: Ich nutze die Themen in meinem Verantwortungsbereich und verknüpfe sie mit dem Neuen. So machen das eben Pädagoginnen. Ich ließ keine Gelegenheit aus, das Thema bei relevanten Stakeholdern zu platzieren. So zum Beispiel auch im Rahmen einer Regelkommunikation mit internationalem Management, bei der wir Mitarbeiter Fragen stellen durften. Meine Frage lautete: „Wo stehen wir mit dem Thema Working Out Loud?“ Die erhoffte Antwort war simpel: „Just do it, Janine!“ Das war meine Legitimation! Und das tat ich dann auch. Ich wusste, dass ich das allein nicht konnte. So schloß ich mich einem Co-Kreation Team auf corporate Level an, ging weiter in den Austausch, mit Kollegen, mit John Stepper, ging auf Veranstaltungen, entwarf mein Konzept und pitchte es bei meinen Stakeholdern.

Und hier stehe ich nun und beobachte wie es läuft.

*playing „one moment like this“ by Whitney Houston on spotify*

Dear John – thank you for this very special moment of my life and the empowerment you gave to me. I feel we share the same vision and hope we will go on turning it into reality.

Thank you Lukas for being my leader of choice.

And thank you to all the wonderful people I am allowed to work with day by day!

Janine

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Ich Merck schon, das wird mega!

Posted on 21. Mai 2017

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2 Comments

  1. Sascha
    6 Monaten ago

    Ganz großes Kino! Finde es wirklich toll, dass Du es geschafft hast. rp17, DigitalLife Day und dann bei Dir! Schön, ein Arbeitsumfeld zu haben, in dem man mit Begeisterung Dinge umsetzen darf und kann, von denen man selbst überzeugt ist. What a great place to work 🙂 Freue mich auf weitere Blogbeiträge mit Einblicken, Erfahrungen und Inspiration von Dir. So wachsen wir gemeinsam – oder #letsgrowtogether #newwork #network VLG

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    1. janine-kirchhof
      6 Monaten ago

      Hi Sascha, toll dass du auf meinen Blog gefunden hast! Ich bin noch ganz aufgeregt, dass er endlich online ist… es macht soviel Spaß in diesem Umfeld zu arbeiten und so tolle Kollegen zu haben, wie dich. Schön, dass wir uns getroffen haben. Wir rocken das. #ThatisUs #tribe #worklove

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