In Digitalisierung, Up Skilling

Wie ich mir ein digitales Kompetenzprofil erarbeite

Von Christoph Keese und seinem Buch „Silicon Germany – wie wir die digitale Transformation schaffen“ habe ich bisher Folgendes gelernt:

  1. Je langsamer ein Land digitalisiert, umso größer die Gefahr, in diesen Umbrüchen unterzugehen

  2. Digitale Qualifikationen fehlen in den deutschen Unternehmen

  3. 41% deutscher Arbeitnehmer haben keine oder nur geringe digitale Fähigkeiten

  4. Im Jahr 2020 werden rund 756.000 Stellen wegen mangelnder Qualifikationen in Europas Digitalindustrie unbesetzt sein

  5. Das Wie wird so wichtig wie das Was

Für mich Grund genug, mich mit dem Ausbau meines Kompetenzprofils als Personalentwicklerin in Richtung Digitalisierung auseinanderzusetzen. Auf diese Weise möchte ich im Rahmen meiner eigenen Profession wettbewerbsfähig bleiben. In den sozialen Netzwerken mache ich diese Selbstentwicklungsphase mit dem Hashtag #UpSkilling kenntlich.

Wie kann das digitale Kompetenzprofil einer Personalentwicklerin aussehen?

Bevor ich dieser Frage näher auf den Grunde gehe, möchte ich festhalten: Der Stand, den ich Euch heute präsentiere, ist ein Arbeitsstand. Während ich neue Dinge lerne, kommen immer wieder Veränderungen hinzu. Auch hier gehe ich iterativ vor und der Weg verändert sich beim Gehen, das Ziel jedoch nicht.

Um diese Frage nun für mich selbst zu beantworten, habe ich zunächst die Überlegung angestellt, wie sich die Rollen im Bereich der Personalentwicklung verändern werden und welche hinzu kommen. Dazu habe ich an einem tollen Webinar über die Learning & Skill Group teilgenommen. David Westwood, Head of Learning Services von Fuse Universal hat im Rahmen des Webinars sechs neue Rollen für die Profession Learning & Development vorgestellt:

Sketchnote The 6 Roles of Learning  & Development von Janine Kirchhof

Ich fand diese sechs neuen Rollen der Personalentwicklung sehr interessant, mit allen kann ich mich identifizieren und möchte sie zukünftig weiter ausbauen.

Den Rollen zwei bis fünf konnte ich mich bereits nähern oder bin auf einem guten Weg. Beispielsweise habe ich ein Projekt gestartet, um eine Community aufzubauen und kann mich somit in der Rolle als Community Engagement Managerin üben. Hier habe ich auch die Möglichkeit meine Erfahrungen aus der Zeit bei einer Münchner Social Media Agentur einbringen. Den Rollen eins und sechs bin ich noch am Entferntesten. Hier überlege ich mir aktuell wie ich mich nähern kann. Für die Rolle Performance Consultant habe ich mir bereits Folgendes überlegt. Ich erhoffe mir erste Antwortenden und Richtungen aus dem von David Westwood empfohlenen Buch: „The Six Disciplines of Breakthrough Learning: How to Turn Training and Development into Business Results„. Ich habe es mir gleich auf amazon bestellt und werde es hoffentlich bald lesen. Entsprechend überlege ich mir für jede Rolle Maßnahmen, um die dafür notwendigen Kompetenzen zu erlernen. Ich gehe dabei nach einer Mikrolernstrategie vor, die ich on-the-Job anwende.

Dann habe mein digitales Kompetenzprofil nach dem klassischen Prinzip in drei Bereiche eingeteilt: methodische, fachliche und persönliche Kompetenzen und mir überlegt, welche Kompetenzen mir helfen, diese Rollen zu erfüllen.

Methodisch

Meine methodischen Digitalkompetenzen

Besonders klar bin ich mir bei meinen methodischen Kompetenzen, die ich entwickeln möchte. Ich habe eine Affinität für Methoden, das war schon immer so. Die Methoden, die ich für mein persönliches Skill-Set ausgewählt habe, sind agile Methoden oder Methoden, die in einem agilen Umfeld besonders gut funktionieren. Für mich steht Digitalisierung für Agilität und Agilität für Effizienz. Ich habe den Eindruck, dass ich unter der Verwendung von agilen Methoden einfach effizienter, umsetzungsstärker und zielgerichteter arbeiten kann und das ist mir wichtig. Das bedeutet für mich auch, schneller zu sein und wenn ich eins bisher im Zuge der digitalen Transformation verstanden habe, dann dass Schnelligkeit ein Wettbewerbsvorteil ist.

Ich liebe beispielsweise Kanban. Ich bin mir zwar noch immer nicht sicher, ob ich alle Prinzipien von Kanban richtig für die HR-Arbeit operationalisiere, aber es macht Spass Kanban Boards zu erstellen und damit alles im Überblick zu behalten. Und wie bei Allem macht auch hier die Übung den Meister.

Bei allen angeführten Methoden habe ich zunächst diverse Recherchen im Internet durchgeführt und verschiedene Literatur durchforstet. Über das Ausprobieren bringe ich mir die Methoden dann größtenteils selbst bei. Das von mir gestartete Community Projekt gestalte ich zum Beispiel als Design Challenge nach dem Design Thinking Prozess, zur Projektsteuerung verwende ich dabei Kanban. Glücklicherweise konnte durch netzwerkbasiertes Arbeiten einen tollen Kollegen für die Umsetzung meiner Challenge gewinnen und darf nun sehr viel lernen von ihm. Das macht richtig Spass!

Persönlich

Meine persönlichen Digitalkompetenzen

Persönliche Kompetenzen spielen eine weitere wichtige Rolle. Die für mich wichtigsten sind: kognitive Flexibilität, Kreativität, Authentizität, Verhandlungssicherheit, Entscheidungsfreudigkeit, informeller Führungsstil, Achtsamkeit, emotionale Intelligenz sowie psychische und physische Fitness. Mit diesem Skill-Set bin ich allerdings noch nicht ganz so weit und werde sicherlich daran weiter arbeiten.

Kognitive Flexibilität geht für mich mit selbstorganisierter Handlungskompetenz einher. Ich glaube, dass dies in einer hoch dynamischen Welt, in der wir uns bewegen, die wichtigste Kompetenz ist. Offenen und immer wieder neuen Problemsituationen kreativ und selbstorganisiert zu begegnen ist meiner Einschätzung Grundvoraussetzung, wenn man in den digitalen Umbrüchen nicht untergehen möchte. Nun entwickeln sich persönliche Fähigkeiten wie diese bekanntlich nicht über Nacht. Ich habe mit ungefähr 14 Jahre angefangen, meine eigene Entwicklung selbst in die Hand zu  nehmen, indem ich mich bewusst neuen Situationen ausgesetzt habe, um zu lernen und meine Ziele auch gegen Wiederstände durchzusetzen.

Meine Kreativität habe ich in der Vergangenheit leider etwas vernachlässigt. Das habe ich seit einiger Zeit geändert und verschiedene Aktivitäten gestartet. Zum Beispiel habe ich im Rahmen eines privaten Projekts namens ‚Project Calm‘ zusammen mit einer Freundin 3D-Figuren gebastelt, was für mich auch gleichzeitig auf das Thema Achtsamkeit einzahlt. Das Gleiche gilt für die Origami-Schmetterlinge, die ich seit zwei Jahren falte. Außerdem probiere ich aktuell verschiedene malerische Event-Formate aus und möchte Tanzen lernen.

Fachlich

meine fachlichen Digitalkompetenzen

Hinsichtlich meiner fachlichen Kompetenzen interessieren mich vor allem die Themen Digitalisierung allgemein und damit in Zusammenhang stehend Mikrolernen im Besonderen. Für mich ist Mikrolernen die Operationalisierung der Digitalisierung für die Profession Learning & Development. Wann immer es geht, besuche ich Veranstaltungen, die dazu angeboten werden, nehme an Webinaren teil und tausche mich bilateral mit Gleichgesinnten aus. Das größte Know-How konnte ich bisher im Feld Bloggen erarbeiten, dass ich seit 2014 erlerne. In Hosting, Contentmanagment, SEO, SEA, Web-Design, Affiliate Marketing und in viele weitere Themen habe ich mich hierzu eingearbeitet, so dass ich bereits meinen zweiten Blog schreiben kann. Bloggen schlägt für mich außerdem eine gute Brücke zu der netzwerkbasierten Arbeitsmethode Working Out Loud, die ich in meinem methodischen Skill-Set aufgenommen habe und bei der es unter anderem darum geht, seine Arbeit sichtbar zu machen und Andere ich den eigenen Arbeitsprozess einzubeziehen. Das habe ich dann auch bei der Umsetzung meiner Blogprojekte entsprechend angewandt und mithilfe eines gut aufgestellten Netzwerkes, das Ganze realisiert. Zum Glück gibt es Menschen, die an Einen glauben und die gesetzten Ziele tatkräftig unterstützen. 🙂

Zum Thema Digitalisierung in Deutschland gibt Christoph Keese mit seinem Buch „Silicon Germany – wie wir die digitale Transformation schaffen“ einen super Überblick. Ich habe es mir auch als Hörbuch über Audible runtergeladen und höre es aktuell an den Wochenenden oder auf Reisen. Wenn ich damit fertig bin, lese ich „The Six Disciplines of Breakthrough Learning: How to Turn Training and Development into Business Results. Außerdem steht ein Webinar mit dem Titel „Driving organisational performance using learning dashboard“ über die Learning & Skill Group an. Ich denke, mit dieser Planung bin ich vorerst auch in Richtung meiner fachlichen Qualifikation gut aufgestellt.

Mein Fazit

Ich denke lebenslanges Lernen ist heutzutage wichtiger denn je, der ständige und immer schneller werdende Wandel bedingt dies. Wie ich versuche dem gerecht werden, habe ich Euch heute gezeigt. Was ich mit dem Skill-Set anfangen werde, weiß ich allerdings noch nicht genau. Ich könnte mir vorstellen, in den Bereich des agilen Coachings zu gehen oder diese Kompetenzen im Rahmen eigener Projekte anzuwenden. Auf jeden Fall möchte ich erst einmal ganz viel üben.

Was meint ihr? Welche Rollen oder Kompetenzen würdet ihr bei einer Personalentwicklerin im digitalen Zeitalter sehen? Habt Ihr bereits ähnliche Überlegungen für Eure eigene Profession und Kompetenzen angestellt? Wenn ja, welche? Ich freue mich auf Euren Input.

 

Janine

 

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Posted on 21. Mai 2017

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