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Bin ich ein ‚T-Shaped Professional‘?

Im Kontext der Digitalisierung ist die Entwicklung neuer Kompetenzen zukunftsentscheidend. ‚Up-Skilling‘ ist angesagt! Das habe ich auch für mein eigenes Profil erkannt. Ich möchte daher mein Know-how und professionellen Skills weiter in Richtung Digitalisierung ausbauen. Bei der Entscheidung im Hinblick auf welche Themen ich das machen möchte, habe ich auf mein Bauchgefühl gehört und darauf geachtet, welche mich besonders ansprechen und Etwas in mir auslösen. Das Thema Design Thinking hat dies definitiv getan. Für mich ist Design Thinking nicht nur eine Methode, sondern ein richtiges Management Framework. Es spricht gleich mehrerer meiner Affinitäten an: Struktur, Methodik, Prozess, Menschen und Umgebung. Deshalb wusste ich schnell:

„Ich möchte eine Design Thinking Ausbildung machen!“

Was die Menschen im Kontext von Design Thinking betrifft, so ist immer wieder die Rede von sogenannten ‚T-Shaped Teams‘ oder ‚T-shaped Profilen‘ – offenbar ein wichtiger Erfolgsfaktor im Design Thinking Prozess. Deshalb ist ein erster Schritt zur Ausbildung, dass ich damit beginne, mich mit dem ‚T-Shape‘ meines eigenen Profils auseinanderzusetzen.

T-Shaped Profil

Ich starte mit ein paar Recherchen im Internet, um mir ein besseres Verständnis zum Thema zu verschaffen. Die erste Frage, die ich mir stelle, lautet:

„Was heisst es eigentlich, ein sogenanntes  ‚T-Shaped‘ Profil zu haben?“

Allen gelesenen Artikeln gemeinsam ist, dass sich bei einem T-Shaped Profil Expertenwissen und Breitenwissen in einem Profil vereinen. Das spezialisierte Know-how einer Person bildet dabei den Längstbalken des ‚T’s und das Generalistische den Querbalken. Der ‚T-Shape‘ eines Profils kommt allerdings erst dann zustande, wenn das Breitenwissen auf das Tiefenwissen ausgerichtet ist.

„Bin ich ein T-Shaped Professional?“

Meinen ‚Längstbalken‘ entsprechend des ‚T’s zu definieren, fiel mir recht einfach. Ich bin Expertin auf dem Gebiet Learning & Development. Hierzu zähle ich folgende meiner Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen:

  • Magistra Artium in Pädagogik
  • Spezialisierung während des Studiums auf Erwachsenenbildung
  • 6-monatiges Praktikum im Bereich Executive Management Development
  • 2 Jahre Berufserfahrung als operative Personalentwicklerin
  • 2 Jahre Berufserfahrung als Trainerin
  • Autodidaktin
  • Interpersonelle und intrapersonelle Intelligenz
  • 8 Jahre Projekt ‚Zauberschule‘
  • ich strukturiere gerne
  • Affinität für Methoden
  • Erfahrungskompetenz im Umgang mit unterschiedlichen, internationalen Kundengruppen

Aber was ist in meinen Querbalken einzuordnen, damit das ‚T‘ komplettiert ist? Dies zu definieren fällt mir nicht so einfach.

„Woher weiß ich, was mein Breitenwissen ist?“

frage ich mich. Die Online Recherche liefert einen Anhaltspunkt: Man kann sich grundsätzlich an den Fähigkeiten orientieren, die man in verschiedenen Fächern einsetzen kann. Das sind nach meinem Verständnis dann klassisch alle Soft-Skills? Aber in fachlicher Hinsicht ist Human Resources rein organisatorisch betrachtet auch als Querschnittsfunktion angelegt. Also sind dann meine HR-Skills eher mein Querbalken? Ich bin verwirrt. Dann ergibt die Onlinesuche einen weiteren Hinweis. Der Querbalken ergibt sich aus einem möglichen Zielbereich oder ein Thema in dessen Richtung man sich entwickeln möchte. Na das weiss ich doch, was das bei mir ist: Digitalisierung! Also hat mein Querbalken auf jeden Fall etwas mit Digitalisierung zu tun. Wie ich aber bereits vorher gelernt hatte, sollte der Querbalken in Bezug zum Längstbalken stehen, daran ausgerichtet sein. Also frage ich mich, wie ich das Thema Digitalisierung auf mein Tiefenwissen beziehen kann.

„Was bedeutet Digitalisierung für Learning & Development?“

Ok, jetzt bin ich schon ein Stück näher. Für mich bedeutet das vor allem, digitale Kompetenzen, persönlich, fachlich und methodisch sowohl auf individueller als auch auf organisatorischer Ebene aufzubauen. Das verstehe ich unter ‚Up-Skilling‘. Und auch selbst digitale Tools und Interfaces zum Lernen zu benutzen, ein neues Verständnis von Lernen zu prägen und neue Technologien ins Lernen zu integrieren, eine neue Lern-Infrastruktur und neue Rollen zu implementieren.

Ich wage mal einen einen ersten Versuch meinen ‚Querbalken‘ zu definieren. Folgender Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen zahlen auf das Thema Digitalisierung ein und ich ordne sie daher in meinen ‚Querbalken‘ ein:

  • 3 Jahre Berufserfahrung bei einem Online Start-up
  • 3 Jahre Blogging
  • 2 Jahre Berufserfahrung bei einem Online-Konzern
  • Working Out Loud Co-Kreation Mitglied
  • Teilnahme am Learning & Development MOOCathon 2017
  • Grundwissen in Online Marketing: Social Media, SEO, SEA, Affilate Marketing
  • Fähigkeit zu Visualisieren und Informationen strukturiert darzustellen
  • Kognitive Flexibilität
  • Kreativität
  • Achtsamkeit
  • Service Orientierung
  • Komplexe Problemlösungskompetenz
  • kritisches Denken

Damit ist mein ‚T‘ komplett. Also:

„Bin ich ein ‚T-shaped‘ Professional? Ich würde mal sagen: Ja“.

Habe ich das Thema ‚T-Shaped‘ Profil richtig verstanden und angewandt? Ich freue mich über Dein Feedback in den Kommentaren.

Janine

 

 

Disclaimer

 

Ich bewerbe die in diesem Blogbeitrag genannten Produkte, Personen und Marken freiwillig, da ich von deren Qualität, Kompetenzen und deutlichen Mehrwert für die Allgemeinheit überzeugt bin. Es bestehen keinerlei Kooperationen, für die ich monetär oder in anderer Form entlohnt werde. Dieser Blogbeitrag enthält Affiliate Links zu Amazon. Dies bedeutet, wenn Du auf einen Buchlink (Text, Bild oder Button) klickst, zu Amazon geleitet wirst und dort einkaufst, erhalte ich auf den Betrag des gesamten Warenkorbs eine Provision. Mehr zum Amazon Affiliate Partnerprogramm kannst du hier nachlesen. Ich empfehle nur Bücher, die ich selbst gelesen, gehört oder benutzt habe und für gut befinde.

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8 Comments

  1. T-Shaped Professional? Oder vielleicht eher: Kaleidoskop Profil?
    7 Monaten ago

    […] einiger Zeit las ich bei Janine Kirchhof über das T-Shaped Profil und die Frage, ob sie sich ein solches erarbeitet hat. Seitdem trage ich […]

    Reply
    1. Karsten Baehre
      3 Monaten ago

      Hallo Janine, hallo Jenny, ich habe mich kürzlich auch mit dem T-Shape Modell beschäftigt und es in Workshops eingesetzt. Dabei stößt man schnell auf die ersten Hürden der Verständlichkeit: Was ist der Querbalken, was ist die Säule? Insofern finde ich die Beschreibungen als „O“ oder Kaleidoskop charmant, aber damit entfernen wir uns n.M. nach von den ursprünglichen Gedanken dahinter.

      Kaleidoskop und „O“ werden bei dir, Jenny, so beschrieben, dass es fast schon eine Persönlichkeit abbildet. Der ursprüngliche Gedanke des „T“ fand v.a. in klassischen Konzernstrukturen Anwendung, wo man über das Spektrum Fachidiot vs. Halbwissender Alleswisser sprach und spricht. Den Teilnehmern in den Workshops fiel es schon schwer genug, einmal über die klassischen Hardskills von sich und auch ihren Teams nachzudenken, ganz zu schweigen von den soft skills des Querbalkens.

      Das „T“ hilft ganz gut, um möglichst einfach diese beiden Dimensionen abzubilden um Szenarien zu beschreiben wie:
      1) Wir schließen eine Abteilung oder betreiben Outsourcing (z.B. IT) –> Was verlieren wir als Firma durch den Wegfall dieser zahlreichen Fachkompetenzen?
      2) Was passiert bei Aufstieg / Beförderung mit den ursprünglichen skills, verliert nicht z.B. die Unternehmung exzellente Vertriebsskills, wenn man diesen brillianten Verkäufer zur Führungskraft macht?

      Wenn dieser erste Schritt getan ist, hat man bereits eine Menge gewonnen. In der New Work Epoche und im Hinblick auf die VUCA Umwelt wird Wissenshortung ja immer weniger wichtig und die Vernetzung und soziale Intelligenz gewinnen an Bedeutung. Da viele Unternehmen noch in der alten Welt feststecken, kann das T-Shape Modell als Impulsgeber gut funktionieren.
      Danach muss es aber zwingend weitergehen und Themenfelder wir Entwicklungsprogramme, Individualförderung, Karrierepfade usw. auf die Agenda gebracht werden. Warum nicht unter der Überschrift „Mein Kaleidoskp“? 😊

      Reply
      1. janine-kirchhof
        3 Monaten ago

        Hallo Karsten, lieben Dank für deinen umfangreichen Input und deine Erfahrungswerte zu der Auseinandersetzung mit dem eigenen Kompetenzprofil. Deinen Ansatz, sein Profil als „Kaleidoskop“ zu beschreiben, finde ich sehr interessant und angesichts VUCA absolut zeitgemäß. Kannst du hierzu Quellen empfehlen? Liebe Grüße Janine

        Reply
        1. Karsten Baehre
          3 Monaten ago

          Das Kaleidoskop bezog sich ja auf Jenny Linharts Beitrag und stammt nicht von mir. Was ich dem abgwinnen kann ist, dass man als Mensch facettenreich ist und es damit besser passt als ein stumpfes „T“. Was alle Theorien oder Benennungen, meiner Meinung nach, gemeinsam haben ist, dass es um die Anschlussfähigkeit der eigenen Kompetenzen an das Externe geht. Also die soziale Intelligenz zu besitzen, damit das eigene Kompetenzgerüst immer wieder neu an die geänderten Gegebenheiten oder Umweltzustände andocken kann. Und da kommt es dann wiederum auch auf die eigene Haltung (=mindset) an, wie man mit Change und der VUCA Welt insgesamt umgeht und sich selber in die Pflicht nimmt. Bloßes Verharren und Vertrauen auf das eigene Wissen dürfte mittelfristig nicht mehr funktionieren.

          Reply
  2. Christian
    2 Jahren ago

    Kurte und knappe Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich denke, dass der Ansatz zur Findung seines eigenen Querbalkens immer an erster Stelle steht (wenngleich die Herleitung Sinn macht). Anders gesagt: Der Tiefenbalken definiert sich aus dem Querbalken. Breites Wissen durch Studium, Ausbildung und Erfahrungen zu haben, bildet die Grundlage zu Vertiefung respektive Ausbauen von Expertenwissen. In Zeiten des Generalismus fraglich – im Zuge der Veränderung der Gesellschaft in kommenden Jahren jedoch enorm wichtig, Stichwort „Data Driven“. Aber warum nicht Mut zum Multi-Querbalken-Approach? :). Spannendes Thema, welches sich enorm ausbauen lässt.

    Reply
    1. janine-kirchhof
      2 Jahren ago

      Hallo Christian, vielen Dank für dein Feedback. Ich finde deine Impulse sehr interessant, von dieser Richtung hatte ich noch gar nicht gedacht. Demnach könnte sich mein Querbalken auf mein eher generalistisches Wissen in meinem Fach Personalmanagement beziehen, daraus ergibt sich mein Tiefenwissen der Spezialisierung Personalentwicklung. Aber damit hab ich irgendwie einen Knoten. Denn damit „hänge“ ich mit meinem „T“ dann im vertikalen Netz der HR-Funktion fest. Ist der Ansatz von T-Shaped Profilen nicht, dass Sie horizontale Netze ermöglichen? Multi-Querbalken-Approach finde ich gut! Ich denke, dass ich sogar Multi-Längstbalken liefern kann ;-)))

      Reply
  3. Gregor
    2 Jahren ago

    Hallo Janine, ich finde, du hast das Thema sehr gut getroffen. Ich selbst bin überzeugt davon, dass T-Shaped Teams eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche agile Arbeitsweise sind. Deiner Selbsteinschätzung nach zu urteilen, würde ich sagen, bei dir passt das. Oder anders gesagt: deine Zukunft ist rosig 😉

    Vielen Dank für den Artikel und beste Grüße,
    Gregor.

    Reply
    1. janine-kirchhof
      2 Jahren ago

      Hallo Gregor, danke für deinen Input! Ich habe gerade erst begonnen, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und kann es noch nicht ganz greifen. Ich freue mich daher über jegliche Rückmeldungen. T-Shaped Teams und Agile gehen für mich ebenfalls Hand in Hand.

      Viele Grüße,

      Janine

      Reply

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